Narrenkappe
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Erklärung
Kopfbedeckung der Ornatsträger. In den Karneval eingeführt wurde die Narrenkappe kurioserweise von einem preußischen General. Der schrieb sie 1827 in Köln obligatorisch vor, damit man die von der Obrigkeit argwöhnisch beobachteten Narren leichter erkennen konnte. Andere Gegenden übernahmen dies dann später. Die Form der Kappen entsprach zuerst jener Mütze, die die Jakobiner der Französischen Revolution von 1789 trugen. Diese war ursprünglich die Kopfbedeckung der Leibeigenen und Sträflinge und wurde bei den Bastille-Stürmern zum Symbol der "Liberté". Jetzt bedienten sich ihrer die nach "Narren-Freiheit" strebenden Bürger im Rheinland. Zunächst wechselten die aus Papier gefertigten Kappen von Jahr zu Jahr. Es war Brauch, sie am Aschermittwoch zu verbrennen. Form und Ausstattung der Kappen änderte sich schon bald. 1840 hieß es im "Carneval-Almanach", das Produkt der Saison sei eine "schöne, dreischellige, dreischnabelige, vierfarbene Kappe". Zum Verbrennen waren diese neuen Kappen zu schade (und zu teuer). Es entwickelte sich eine Vielfalt von Kappen, aber auch eine Hierarchie. Trotzdem gibt es heute noch närrische Korporationen, in denen jeder, egal auf welchem Posten er aktiv ist, die gleiche Kappe trägt, getreu dem alten Motto: "Gleiche Brüder - gleiche Kappe!"
Prinzenkappe
Zu Beginn der Neuordnung des Karnevals 1823 waren einheitliche Karnevalsmützen noch nicht an der Tagesordnung. Die Idee dazu war noch niemandem gekommen. Sie kam erst 1827 von einem Preußen, dem Generalmajor Baron von Czettritz und Neuhaus. Er nahm an einer Versammlung des Festordnenden Komitees teil, um den Kölnern für ihren Maskenzug sein privates Schimmelgespann samt Prunkgeschirr, den Kutschen und Vorreitern zur Verfügung zu stellen. Das war recht ungewöhnlich, da die Kölner so ihre Schwierigkeiten mit den Preußen hatten. Noch ungewöhnlicher war die Rede des Generalmajors. Er begann: „Gleiche Brüder, gleiche Kappen, darum erlaube ich mir den Vorschlag, dass wir hierfür, als Unterscheidungszeichen der Eingeweihten ein kleines buntfarbenes Käppchen während unserer Veranstaltung aufsetzen, um diejenigen, die hier unberufen eindringen, erkennen und nach Verdienst abweisen zu können.“ Das traf die Kölner schwer, warum konnten sie nicht so eine glänzende Idee haben? Trotzdem war der Jubel groß, und man ernannte den Generalmajor zum Kölner. Die Karnevalsmütze war aus der Taufe gehoben. Heute hat jede Karnevalsgesellschaft ihre eigene Mütze, die sich in Farbe und Stickerei voneinander unterscheiden. Eingeweihten ist es so möglich, den Träger einer Gesellschaft zuzuordnen. Je mehr Strasssteinchen die Mütze aufweist, desto höher ist die Stellung innerhalb der Gesellschaft.Die höchste Stufe ist erreicht, wenn ein C oder Halbmond die Mütze ziert. Dieses C an der Präsidentenmütze gibt es noch nicht lange, und es entbehrt auch jeder traditionellen Vorgeschichte. Es ist einfach aufgetaucht. Hans Molitor, der vor und während des Krieges Präsident der Ehrengarde war, hat ein solches mit Strasssteinchen besetztes C in einer Funduskiste des Theaters entdeckt und fand es so schön, dass er es an seine Präsidentenmütze steckte. Ferdi Leisten, sein Nachfolger im Präsidentenamt, hat das C dann übernommen. Es dauerte nicht lange, bis andere Präsidenten sich auch so ein C anfertigen ließen. Heute ziert es jede Präsidentenmütze und kaum ein Präsident weiß, wie es dahin gekommen ist.
Kappe der Gesellschaften
Die Mitglieder der Gesellschaften des rheinischen Karnevals tragen alle die gleichen Kappen in den Vereinsfarben. Meist sind sie eine schlichte Form der Präsidentenkappe.
Tillkappe?
Eigendliche Narrenkappe im ursprünglichen Sinn.



